Weniger ist mehr

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Wir leben in einer Zeit und in einer Gesellschaft in der "hart arbeiten" eine wichtige Tugend ist. Denn schließlich wollen wir was erreichen, irgendwann wer sein. Der Gedanke, dass wir auch "leicht arbeiten" können auf dem Weg zum Ziel, erscheint absurd. Doch ist er das wirklich?

Hattest du schon mal ein Ziel, für das du dich richtig angestrengt hast, weil du dachtest, dass es dich glücklich macht? Du hast alles getan und alles perfektioniert. Du hast dich bis zur Erschöpfung gestresst und das Ziel schließlich erreicht. Doch an diesem Punkt fühlte es sich nicht so gut, wie du ursprünglich dachtest. Eigentlich fühlte es sich sogar ziemlich leer und alltäglich an. Vielleicht hattest du zu diesem Zeitpunkt sogar schon das nächste Ziel vor Augen. Denn das gerade Erreichte entpuppte sich ja als Täuschung.

Aber warum? Was ist schief gelaufen? Hier eine Idee, die ich beim Strala Yoga Training von Tara und Mike gehört habe und die mich seitdem begleitet:

Der Weg, den du nimmst um wohin zu gelangen, beeinflusst, wie du dich dort fühlst.

Wenn wir uns auf der Yogamatte stressen, um eine Haltung zu erreichen, werden wir auch in der Haltung gestresst sein. Nur weil wir es Yoga nennen, ist es nicht automatisch entspannend. Wenn wir es uns im Leben schwer machen, um schnell am Ziel zu sein, wird sich das Ziel nicht leicht anfühlen. Stattdessen können wir uns darum kümmern, dass wir uns gut auf dem Weg fühlen, dann werden wir es auch am Ziel tun. Wir brauchen dann vielleicht weniger, genauso viel oder mehr Zeit – aber das ist gar nicht so wichtig, denn wir haben ja sowieso schon eine gute Zeit. Nicht das Ziel ist wichtig, sondern der Weg dorthin.

Make a move, not a pose.

Darum nutzen wir beim Strala Yoga nur genauso viel Aufwand wie gerade nötig ist – nicht mehr und nicht weniger. Wir konzentrieren uns auf die Bewegungen zwischen den Haltungen und üben uns darin diese individuell, angenehm und effizient auszuführen. Das üben wir wieder und wieder auf der Yogamatte, bis es zu einer Gewohnheit geworden ist, die sich auch außerhalb der Matte ausbreitet. Wir sparen Energie und machen es uns einfach.

Doch ist das nicht ziemlich faul?

Wo bleibt das Training? Wie können wir besser in etwas werden, wenn wir nie an unsere Grenzen gehen? „No pain, no gain!“ – oder nicht?

Die Idee hinter der harten Arbeit ist, dass wir dadurch mehr Muskeln aufbauen, mehr Lernen, mehr Schaffen und beim nächsten Mal größere Herausforderungen angehen können. Aber die Wahrheit ist: Wenn du übst, in einer relativ leichten Situation härter zu arbeiten als nötig, dann übst du, härter zu arbeiten als nötig. Sobald du in eine schwierigere Situation kommst, wirst du nicht von deiner neuen Kraft profitieren, denn du wirst auch hier härter arbeiten als nötig. Du wirst dich immer an deine Grenzen bringen. Was dazu führt, dass die Dinge immer hart bleiben.

Es gibt einen besseren Weg.

Weniger ist mehr! In Wahrheit gibt es keinen Grund härter zu arbeiten als nötig. Du wirst auch stark und beweglich, wenn du darauf eingehst, was dir gerade bevor steht. Deinen Aufwand an die Herausforderung anpasst und dich natürlich bewegst. Bedeutet das, dass wir beim Strala Yoga nur faul rum liegen? Nein. Wir stellen uns den verschiedensten Herausforderungen und strengen uns dafür an – aber wir arbeiten nicht härter als wir es brauchen. Wir sparen Kraft und erreichen so viel mehr.

Die Natur arbeitet nie härter als sie muss.

Sie ist dennoch ziemlich kraftvoll und wunderbar. Und genauso ist auch unser Körper dafür geschaffen in jeder Situation das zu geben, was gebraucht wird. Das schützt dich nicht nur vor Überanstrengung und Verletzung, sondern es fühlt sich auch viel besser an. Du hast mehr Energie über für die wichtigen Dinge im Leben: Umarmungen und Gespräche, Tanzen und Spielen, Wahrnehmen und Staunen, große Herausforderungen. Strala Yoga ist eine Wohlfühl-Praxis. Du übst auf deine innere Natur zu hören und dich in jeden Moment gut zu fühlen.