Wie deine Meditation leicht & wohltuend wird

3 Monaten ago  •  By  •  0 Comments

Heutzutage prasselt viel auf uns ein. Auf der Arbeit sind wir produktiv und zielstrebig. Das Smartphone versorgt uns ständig mit neuen Nachrichten. Fernseher und Radio laufen im Hintergrund. Pausen werden gefüllt mit Social Media und Werbung. Erlebnisse wollen geeignet porträtiert und gepostet werden, damit sie auch passiert sind. Und da waren ja auch noch Freunde, Familie und die alltäglichen Verpflichtungen.

All das muss verarbeitet werden. Unser Gehirn läuft auf Höchstleistung und kann einiges auffangen, doch so langsam schleichen sich erste Stresssignale ein: Kiefer, Nacken oder Schultern sind immer verspannter, das Einschlafen fiel auch schon mal leichter und unsere Reizschwelle sinkt.

Kommt dir das bekannt vor?

Natürlich könnten wir die Eindrücke reduzieren. Aber machen wir uns nichts vor, wir sind nunmal Kinder unserer Zeit. Was also tun?

Immer mehr wissenschaftliche Studien veröffentlichen Ergebnisse, die beweisen, dass Meditation eine sehr gute Möglichkeit ist unseren Stresspegel zu senken. Während der Meditation bekommt unser Geist Zeit, die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten – ähnlich wie im Schlaf. Das Stresshormon Cortisol wird abgebaut, die Ausschüttung der Glücks- und Entspannungshormone Serotonin und Endorphin angekurbelt. Wir gehen aufgeräumter und beschwingter durchs Leben.

Die Wirkung der Meditation ist echt!

Trotzdem fiel es mir – wie so vielen – jahrelang sehr schwer, eine regelmäßige Meditationspraxis aufzubauen. Bis ich schließlich umgedacht habe, meiner Meditation die Ernsthaftigkeit nahm und ihr stattdessen eine Prise Leichtigkeit beifügte. Mittlerweile möchte ich diese vertraute Zeit am Tag, an der ich nur für mich da bin, nicht mehr missen. Und weil sie mir so am Herzen liegt, teile ich hier meine Erfahrungen mit dir. Vielleicht bekommst du danach Lust es auch einmal auszuprobieren?

1. Meditiere langsam

Dich beim ersten Mal 30 Minuten hinsetzen und still sein, das hört sich vielleicht leicht an, ist es aber absolut nicht. Dein Körper wird rebellieren und dein Geist sowieso. Wahrscheinlich wirst du dich selbst quälen, früher aufhören und frustriert sein. Du bist total gestresst, dabei wolltest du doch das Gegenteil erreichen.

Fang in kleinen Schritten an. Stell dir den Wecker und beginne mit 5 Minuten täglich. Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem du überrascht bist, dass der Wecker schon klingelt, und an dem du eigentlich noch gar nicht aufhören möchtest. Tu es trotzdem, behalte dir dieses positive Gefühl und steigere dich beim nächsten Mal um 5 Minuten.

2. Meditiere entspannt

Unser innerer Perfektionist hört sie gerne, die Anweisungen, dass wir regungslos im bestmöglichen Meditationssitz verweilen müssen. Uns anstrengen müssen, um was zu erreichen. Das ist nicht nur unheimlich mühsam, sondern baut auch noch neuen Stress auf und entfernt uns von uns selbst. Was der innere Perfektionist übrigens gerne macht.

Darum verändere deinen Sitz, wenn es unbequem wird. Kratz dich wenn es juckt. Bewege dich, wenn der Körper sich bewegen möchte. Ich baue sogar zwischendurch kleine Atemübungen ein, wenn mir danach ist. Und wenn ich merke, dass ich müde bin, lege ich mich für den Rest der Zeit hin, für einen entspannenden Meditationsschlaf.

3. Meditiere frei

So wie ich meinem Körper mittlerweile mehr Freiheiten bei der Meditation gebe, lass ich auch meine Gedanken kommen und gehen. An nichts zu denken, daran ist erst mal nicht zu denken. Im Hier und Jetzt? Eher in vergangenen Situationen und bei meiner ToDo-Liste. Mich dafür zu verurteilen lässt meinen inneren Perfektionisten in die Hände klatschen.

Dabei ist doch genau das der Weg deines Geistes, die Dinge des Tages zu verarbeiten – so wie er es auch beim Träumen tut. Das ist wichtig, also entspann dich! Irgendwann wird die Stille lauter, deine Gedanken kommen zur Ruhe und deine Meditationserfahrung wird tiefer. Von ganz alleine.

4. Meditiere leicht

Ein Mantra rezitieren, die Chakren hochwandern, eine Kerze anstarren, den Körper scannen. Es gibt viele Meditationswege und jeder hat seine Berechtigung. Es gilt den zu finden, der am besten zu dir passt.

Ich persönlich empfinde die meisten Wege als ablenkend. Für mich ist es am einfachsten und wirkungsvollsten die Augen zu schließen und die Sinne nach innen zu richten. Einfach da und offen zu sein für das, was mein Körper, mein Atem, meine Gedanken und meine Gefühle so erzählen. Das ist keine Technik die nach außen hin viel her macht oder für die du einen guten Lehrer brauchst. Es ist einfach nur Zeit mit dir. Du bist der Lehrer.

5. Meditiere für dich

Wer sich tiefer mit der Meditation beschäftigt, erfährt die spannendsten Dinge über die Erleuchtung, übernatürliche Erfahrungen, absolute Liebe und pure Gelassenheit. Meditation für die zugegeben spannenden Ziele zu üben ist ein langer, steiniger Weg. Wir konzentrieren uns nur noch auf das was wir erreichen wollen. Die Erfahrung, die wir in diesem Augenblick bei der Meditation machen wird unwichtig. Die Freude geht verloren und ich wage zu behaupten, dass die positiven Wirkungen der Meditation so in noch weitere Ferne rücken.

Mach es dir zum Ziel, dich gut in deiner Mediation zu fühlen. Du hast ein Date mit der wichtigsten Person deines Lebens: Mit dir selbst. Fülle die Zeit mit Aufmerksamkeit, Neugierde und Zuneigung. Das alleine reicht um die Meditation zu einer sehr lohnenden Erfahrung zu machen.

„Dein Körper braucht Bewegung. Dein Geist braucht Stille.“